Süßholzwurzel: Süßes Holz mit alter Tradition

Getrocknete Süßholzwurzel

Herkunft und Vorkommen

Echtes Süßholz (Glycyrrhiza glabra) stammt höchstwahrscheinlich aus Südwest- und Zentralasien oder der Mittelmeerregion. Mittlerweile wird es weltweit kultiviert. Wichtige Anbaugebiete sind Spanien, Frankreich, Italien, die Türkei und Russland. Zwischen 1520 bis 1950 wurde auch in Deutschland im Raum Bamberg viel Süßholz angebaut. Im Zuge der Entdeckung des günstigeren und fabrikmäßig hergestellten Zuckers aus Zuckerrüben, ging die Produktion jedoch stark zurück.

Süßholz kann bis zu 180 cm hoch wachsen und trägt im Sommer bläulich-violette oder weiße Schmetterlingsblüten. Es wächst am liebsten an sonnigen Standorten, ist frostempfindlich und benötigt nährstoffreiche, tiefe und durchlässige Böden. Sein Name rührt von der gelblich gefärbten und spröden Süßholzwurzel, welche fünfzig mal süßer als Rohrzucker schmecken soll.

Verwendung

Die Süßholzwurzel wurde bereits in der Antike als Heilkraut verwendet. Auch in China und Indien weiß man schon lange um die wohltuende Kraft der Pflanze. Besondere Berühmtheit erlangte Süßholz durch die Herstellung von Lakritze, dem Extrakt der Süßholzwurzel. Aus diesem Grunde ist das Süßholz auch unter dem Namen Lakritzpflanze bekannt. Angeblich verzehrten bereits die alten Ägypter ein Lakritz-Getränk mit dem Namen Mai sus. In unseren Breitengraden kennt man das Süßholz seit dem Mittelalter, wo man Lakritze noch lange Zeit als Arzneimittel verwendete. 1760 soll der britische Apotheker George Dunhill erstmals auf die Idee gekommen sein, der Lakritze Zucker zuzufügen. Auf diese Weise wurde eine bis heute beliebte Süßigkeit erfunden.

Neben ihrer Verwendung als Süßigkeit, ist die Süßholzwurzel auch in ihrer ursprünglichen Nutzung als Arzneipflanze von Bedeutung. So werden die Wurzelteile in Form von Tees, Nahrungsergänzungsmitteln oder als Zusatz in Pflegeprodukten verkauft.

Wirkstoffe und Eigenschaften

Die Süßholzwurzel enthält über 400 bioaktive Substanzen, welche vermutlich für die heilsame Wirkung der Pflanze verantwortlich sind. An erster Stelle ist dabei das Glycyrrhizin zu nennen, welches zur Stoffgruppe der Saponine gehört. Glycyrrhizin ist ein Gemisch der Kalium- und Calciumsalze der Glycyrrhizinsäure und weist eine entzündungshemmende und antivirale Wirkung auf. Darüber hinaus enthält die Süßholzwurzel mehr als 40 Flavonoide, die durch ihre antioxidative Wirkung freie Radikale bekämpfen und damit die Zellen schützen. Die ebenfalls enthaltenen Cumarine sollen entzündungshemmend, beruhigend und krampflösend wirken sowie die Blutgerinnung hemmen.

Insgesamt werden der Süßholzwurzel auswurffördernde, krampflösende und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben. Ihr arzneiliches Anwendungsgebiet erstreckt sich auf die Behandlung von Erkältungen, Magenkrämpfen, kleineren Entzündungen und niedrigem Blutdruck. Laut der berühmten Äbtissin Hildegard von Bingen soll Süßholzwurzel auch einen Effekt auf die Psyche haben. So wirke es beruhigend und könne Wutanfälle lindern.

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