Hanf: Das fast vergessene Superfood

Hanfsamen und Pulver auf Holzlöffeln

Herkunft und Vorkommen

Hanf (Cannabis sativa) gehört zu den ältesten Nutz- und Kulturpflanzen der Welt und stammt vermutlich aus Zentralasien, genauer gesagt Kasachstan und dem Altai-Gebirge an der Grenze zwischen China, der Mongolei und Russland. Heutzutage trifft man die Pflanze in vielen Gebieten der gemäßigten und tropischen Klimazonen an. Da Hanf sehr widerstandsfähig und genügsam ist, kann er nahezu überall wild wachsen oder kultiviert werden. Darüber hinaus ist er kaum anfällig für Schädlinge und überdeckt sogar Unkrautbewuchs. Hanf ist eine einjährige, krautige und schnell wachsende Pflanze. Er bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden und verträgt sogar leichte Fröste. Hanf ist zweihäusig, das bedeutet, dass es männliche und weibliche Hanfpflanzen gibt.

Wildformen der Hanfpflanze existieren bis heute im Altai-Gebirge. Von dieser Region aus verbreitete sich der Hanf vermutlich in ganz Asien und fand später, über das nomadische Reitervolk der Skythen, seinen Weg nach Europa. Die weltweite Verbreitung der Hanfpflanze wurde durch die Völkerwanderungen und die Handelswege des Menschen begünstigt, aber auch durch Vögel, die die gehaltvollen Hanfsamen besonders gern verspeisen. Nach Amerika kam der Hanf spätestens mit der “Entdeckung” der Neuen Welt durch Columbus, vermutlich jedoch früher über die Wikinger. 

Verwendung

Die Verwendung der Hanfpflanze durch den Menschen hat eine lange Geschichte und begann vor mehr als 12.000 Jahren. So wurde Hanf in China und Persien zu dieser Zeit bereits als Getreide angebaut. Darüber hinaus diente die Hanffaser als wertvoller und robuster Rohstoff für Kleidung, Seile und Textilien der Schifffahrt. Auch wurde aus diesen vor etwa 2000 Jahren das erste Papier in China geschöpft. Die erste Bibel druckte Gutenberg im Jahre 1455 – ebenfalls auf Hanfpapier. Aufgrund seiner beruhigenden, schmerzlindernden und euphorisierenden Eigenschaften schätzten viele Kulturen den Hanf als vielseitige Heilpflanze oder nutzten ihn für kultische Zwecke. Lange Zeit war Hanf die weltweit wichtigste und am häufigsten angebaute Nutzpflanze, doch im Zuge der Industrialisierung, der Erfindung der Baumwollmaschine, der Herstellung synthetischer Textilfasern und der Entdeckung von Holz als lukrativerer Rohstoff für die Papierherstellung, verlor der Hanfanbau an Bedeutung. Durch die Fortschritte in der Pharmaindustrie geriet auch seine Benutzung als Heilpflanze in Vergessenheit. Die Verwendung von Hanf als Rauschmittel in Form von Haschisch oder Marihuanna verpasste der Pflanze zusätzlich einen schlechten Ruf, sodass viele Länder den Hanfanbau gesetzlich verbieten ließen. Erst seit 1996 ist der Anbau von Hanf hierzulande wieder erlaubt.

Hinsichtlich der heutigen Verwendung der Hanfpflanze unterscheidet man grob in Nutz- oder Industriehanf, wobei es sich in der Regel um Sorten der Hanfart Cannabis sativa handelt und Indischen Hanf (Cannabis indica), welcher als Drogen- oder Medizinpflanze, insbesondere in der Schmerztherapie genutzt wird. Prinzipiell können, von der Blüte bis zur Wurzel, fast alle Teile der Hanfpflanze verwendet werden. Nutzhanf dient in erster Linie dem Gewinn von Hanffasern. Aber auch die Hanfsamen, welche aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts als Superfood gelten, werden aus Nutzhanf gewonnen oder zur Herstellung von Hanföl hinzugezogen. Da Nutzhanf nur einen sehr geringen Anteil des berauschenden Stoffes Tetrahydrocannabinol (THC) besitzt, spielt er für die Verwendung als Rauschmittel keine Rolle. Ein Trend, der in Europa und Amerika gerade viral geht, sind Lebensmittel und Kosmetika mit sogenannten CBD-Zusätzen. CBD steht für Cannabidiol, ein weiteres Cannabinoid aus der weiblichen Blüte der Hanfpflanze, welches nicht halluzinogen, dafür entzündungshemmend und beruhigend wirken soll.

Wirkstoffe und Eigenschaften

Unzählige Artikel beschäftigen sich mit den bekanntesten Cannabinoiden THC und CBD, welche vornehmlich aus der weiblichen Hanfblüte gewonnen werden und aufgrund ihrer pharmakologischen Eigenschaften als Rauschmittel oder für medizinische Zwecke genutzt werden.

Dabei wird häufig vernachlässigt, dass die Hanfpflanze in ihrer historischen Verwendung in erster Linie keine Droge war, sondern in vielen, antiken Kulturen als Grundnahrungsmittel diente. Dafür wurden vorwiegend die Hanfsamen verwendet, welche pur gegessen wurden, oder zu Mehl, Öl und Butter verarbeitet wurden. Die Hanfsamen, auch Hanfnüsschen genannt, erleben gerade ein Revival als Superfood, denn sie stecken voller Vitalstoffe. So enthalten Hanfsamen die Vitamine E, B1 und B2. Letzteres soll dem Körper dabei helfen, besser mit Stress und Anspannung umzugehen. Darüber hinaus weisen die Samen wichtige Spurenelemente wie Calcium, Magnesium, Eisen, Kalium sowie die Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren auf, die zur Erneuerung der Zellen beitragen. Da Hanfsamen reich an Proteinen und Ballaststoffen sind, eignen sie sich sehr gut zum Abnehmen. Die ebenfalls enthaltene Aminosäure Tryptophan soll zudem den Schlaf und die Stimmung positiv beeinflussen.

Hanf findest du in Soo Chilled

Brauner Glastiegel mit keramischem Siebdruck der Sorte Soo Chilled von der crooked elements GmbH

Weitere Pflanzen